Stele 01A

Streuobstwiese mit Färberpflanzen


1783/84:

Der Unternehmer Johann Gottfried Brügelmann gründet eine Baumwollspinnerei in Cromford bei Ratingen. Sie gilt als die erste Fabrik auf dem Kontinent außerhalb Englands.

1789:

Der französische Arzt und Chemiker Claude-Louis Berthollet entdeckt die bleichende Wirkung von Chlor und führt die Chlorbleiche in der Textilindustrie ein.

Ab 1789:

Brügelmann lässt Baumwollgarne mit Hilfe von Sonne und Wasser bleichen (Rasenbleiche). Er experimentiert auch mit dem neuen Verfahren der chemischen Bleiche (Chlorbleiche).

1798:

Der Baumwollspinnerei in Cromford wird eine Färberei angeschlossen.

1800:

Gemeinsam mit seinem Schwager richtet Brügelmann eine Türkischrot-Färberei in Düsseldorf-Pempelfort ein. Beide Färbereien arbeiten nur für die Baumwollspinnerei Cromford. Verkauf 1807.


Im 18. Jahrhundert waren strahlend weiße Baumwollstoffe modisch der absolute Hit. Bei der Rasenbleiche wurden die Garnstränge auf den Wiesen ausgelegt, regelmäßig mit Wasser besprenkelt und immer wieder gedreht.  Innerhalb von drei Monaten hat die Sonne das Garn langsam gebleicht. 

Auch Johann Gottfried Brügelmann, Inhaber der Baumwollspinnerei Cromford, hat vor seinen Fabriktoren seit 1789 Baumwollgarne bleichen lassen. Nach der Bleiche konnten die Garne dann verwebt und mit leuchtenden Mustern bedruckt werden.

Früher wurden die Farben dafür hauptsächlich aus Pflanzen gewonnen, so wie die, die auf der Wiese wachsen. Leider waren die wenigen verfügbaren Naturfarben nicht immer farbecht. Aber dann kamen Ende des 18. Jahrhunderts zwei Farben auf den Markt, die die Mode revolutionierten: Türkischrot und Indigoblau, das wir heute noch von unseren Jeans kennen.

Heute nimmt diese Streuobstwiese mit den Färberpflanzen Bezug auf das historische Bleichen und Färben rund um die Fabrik.

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